Erdbeerliebe & Straße des Lichts

Am letzten Samstag ging es mit 2 Bewohnern meines Sharedhouses nach Hisayama (久山町), einen kleinen und ländlichen Nachbarort von Fukuoka, um Erdbeeren zu pflücken. Als Kind wurde mir immer einbläut, dass es in Deutschland die besten Erdbeeren gäbe. Als ich dann nach Österreich gezogen bin und dort Erdbeeren gegessen habe, war dort für mich nahezu kein Unterschied zu bemerken. Tja, damals als Kind war die Welt noch weniger global und woher sollte man als Europäer wissen, dass die Japaner nicht nur beim Domino-Day mit Europa im Wettrennen sind, sondern auch bei dem Anbau von Erdbeeren. Man muss dazu aber auch wissen, dass in Japan immer noch Früchte als Luxusgut betrachtet werden und zum Beispiel als Aufmerksamkeit oder Gastgeschenk mitgebracht werden. Deswegen sind die Früchte auch häufig aufwändig in viel Plastik verpackt und es gibt ausgefallenere Züchtungen wie etwa weiße Erdbeeren oder quadratische Melonen zu exorbitanten Preisen.

Und es gibt natürlich noch einen Unterschied. Während man bei uns die Erdbeeren grundsätzlich nach Gewicht bezahlt und sich nebenbei den Bauch mit Erdbeeren vollschlägt, gibt es in Japan ein anderes Abrechnungskonzept: Zum einem wäre da das Erdbeer-All-You-Can-Eat nach Zeit. 60 Minuten für 2500 ¥ (~ 16,00 €) für Personen ab der Mittelschule, also auch Erwachsene. Grundschüler zahlen auch schon 2000 ¥ und Kinder ab 3 Jahren 1000 ¥. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit für 250 ¥ pro 100 g Erdbeeren mit nachhause zu nehmen. Allerdings bekommt man diese Erdbeeren zum gleichen Preis im Supermarkt, weswegen das wohl eher ein schlechter Deal ist.

Erdbeeren werden hier sehr oft in Gewächshäusern aufwändig gezüchtet, was den Preis hochtreibt, aber auch den Geschmack zu gute kommt. Die Erdbeeren werden dabei in etwa 20 Meter langen Reihen auf „Schreibtischhöhe“ angebracht, sodass man Sie im Stehen pflücken kann. Dabei erhält man, weil ich Japan alles ganz ordentlich sein muss, eine kleine Schere und einen kleinen Abfallbecher für die Strünke.
Die Erdbeeren sind leuchtend rot, riesig und ohne Druckstellen oder gar Schimmel.

Straße des Lichts

Gestern am Sonntag, den 23. Februar, habe ich versucht das Event Namens „Hikari no Michi“ (光の道) was soviel wie Straße des Lichts bedeutet. Es geht hier um eine perfekt gerade Straße die fast 1,5 Kilometer vom Meer zum Miyajidake-Schrein (宮地嶽神社) verläuft. Gegen Ende Februar und Ende Oktober ist für einige Tage der Sonnenuntergang dadurch perfekt mittig in der Straße ausgerichtet und das Licht flutet vom Meer aus die gesamte Straße bis zum Schrein; Soviel zumindest zur Theorie. Das Wetter am offenen Meer kann leider relativ schnell umschlagen und es war tagsüber leider immer mal wieder ziemlich bewölkt, wie man auf den nachfolgenden Bildern auch sehen kann. Jedoch klarte es gegen 16 Uhr auf und laut Wetterradar sollte es nur noch vereinzelt Wolken geben. Ich habe mich also 1 Stunde angestellt, um einen Platz zu bekommen und dann nochmals 1 Stunde bei Wind und 1°C Temperatur auf einer Steintreppe sitzend gewartet, nur damit um circa 17:45 große Wolken erneut aufziehen und die Sicht auf die Sonne komplett verdecken. Es gab also keine „Straße des Lichts“ für mich und ich bin um 18:15 Uhr dann durchgefroren nachhause gefahren.

Im nachfolgenden Video sieht man dann die Straße des Lichts, wie sie theoretisch bei idealen Bedingungen aussehen würde:

Was gab es noch?

Das Nachtleben von Fukuoka bietet unzählige Ausgehmöglichkeiten. Neben den typischen Ramen-Restaurants, Bars und Karaoke-Läden wundert es mich fast, dass Izakayas vergleichsweise auf Instagram (zum Glück!) so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Dabei sind sie eine Mischung aus Kneipe und Tapas-Bar – ein geselliger Ort, an dem man kleine, frisch zubereitete japanische Gerichte genießen kann, begleitet von reichlich Sake.

Eine kleine Randbemerkung dazu: Im Japanischen bezeichnet „(o)Sake“ generell jedes alkoholische Getränk. Was wir als Sake kennen, heißt hier eigentlich Nihonshu (日本酒) – zusammengesetzt aus „Nihon“ (Japan) und „Shu“, einer anderen Lesung des Schriftzeichens für Sake (酒).

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